Blick auf Córdoba – Ankunft, angekommen

Meine Ankunft in Argentinien

Blick aus dem Schulbus (mit – zugegeben – etwas dreckigen Scheiben) auf Carlos Paz.

Die Ankunft in Buenos Aires war herrlich. Die Sonne hatte sich gerade erhoben und tauchte alles in ein morgendliches Rot. Die Pampa erstreckte sich ringsum wie es Norddeutschland nicht könnte: nicht die Andeutung eines Hügelchens bis zum Horizont. Über den nicht allzu großen Feldern lagerten vom Sonnenlicht durchtränkte rosarote Nebelschwaden. Zwischen den Feldern hier und da vereinzelt ein paar Bäume, ansonsten Flachland. So sieht es also aus, das Land in dem ich nun ein Jahr verbringen werde.

Mit einem leichten Ruck setzt das Flugzeug auf der Landebahn auf, und noch während ich aus dem Fenster blicke wird mir bewusst, dass das Jahr begonnen hat. Dass ich jetzt wirklich dort bin, wo man ohne den Globus zu drehen nicht hin zeigen kann. Dass ich jetzt wirklich angekommen bin und dieses große Abenteuer wirklich schon begonnen hat.
Ich bin sehr glücklich und ob des wunderschönen Empfanges frohen Gemüts – auch wenn sich mir der Gedanke aufdrängt, dass ich nun wirklich ein Jahr lang von meinem Bekannten – der Familie, den Freunden, den gewohnten Umgangsweisen – entfernt sein werde.

Ja tatsächlich – ich war angekommen.

Seit Fünfzehn Uhr deutscher Zeit war ich in Hamburg am Flughafen. Drei Stunden dauerte der Flug nach Paris Charles de Gaulle. Vorgewarnt mit den Worten „es sei die Drehscheibe des europäischen Flugverkehrs“ staunte ich vor Ort doch wie groß dieser Flughafen ist. Allein’ die Sightseeing-Tour des Shuttle-Busses dauerte lange – vom Fußmarsch durch die Terminals möchte ich hier gar nicht sprechen. Im Terminal K angekommen, fand ich dafür aber ein wenig Ruhe bevor es dann gegen Mitternacht weiter Richtung Buenos Aires ging. Dieser Flug über den „Teich“ war lang und ungemütlich – war das schlafen im Flugzeug doch nicht so einfach, wie ich es mir vorgestellt hatte. Nach dreizehn Stunden Flugzeit kam ich am Morgen gegen Acht in Buenos Aires an. Von hier aus wollte ich weiter nach Córdoba.

Nachdem ich meinen Stempel für das Visum bekommen hatte galt es einen Mitarbeiter zu finden, der mir auf Englisch erklären konnte, dass ich mein Gepäck am Band abzuholen hätte, es dann durch den Zoll müsse und ich dann das Gebäude verlassen müsse, um zum Terminal C zu gelangen. Das klappte dann auch prima und ich konnte mein Gepäck dort wieder aufgeben.
Leider verpasste ich in der Aufregung den auch gerade auf dem Flughafen umsteigenden Freiwilligen des letzten Jahres.

Auf dem Flug nach Córdoba, der gute zwei Stunden dauerte, erfuhr ich erste interessante Dinge über Argentinien und erhielt einen noch besseren Blick über die Pampa. Mein Sitznachbar, gebürtiger Argentinier und Vater in Deutschland, erzählte mir im Anblick der Pampa, dass es in Argentinien ein Gesetz gäbe, dass vorschreibt, dass nach einer bestimmten Distanz gerader Straße eine Kurve folgen müsse. Ein Blick aus dem Fenster überzeugte mich umgehend. Und tatsächlich: jede der schnurgeraden Straßen änderte früher oder später ihre Richtung ein wenig. Herrlich.

Zuhause, das zweite

Und damit war ich auch schon in Córdoba. Dreizehn Uhr nach lokaler Zeit, auf meiner Uhr war es bereits Achtzehn Uhr. Am Flughafen erwartete mich meine Gastfamilie. Ich erkannte sie, dank der beim vorausgegangenen regen Mailverkehr mitgeschickten Photos, schnell. Nach einer Stunde Autofahrt war ich schließlich im Zuhause des kommenden Jahres angekommen. Pünktlich zum Mittagessen.
Nach einem Kaffeetrinken gegen Achtzehn Uhr (lokal) verabschiedete ich mich freundlich und verzichtete dankend auf ein Abendbrot gegen argentinische zweiundzwanzig Uhr.

Ich war nunmehr, auch Aufgrund der Visum-Geschichte – die erzähle ich ein ander’ Mal –, seit vierzig Stunden auf den Beinen. Die wenigen Stunden Schlaf während der Flüge dürfen vernachlässigt werden, berücksichtigt man ihre Erholsamkeit.
Nach dem Schlaf eines Murmeltieres machte mir das Aufstehen um sechs Uhr morgens Ortszeit wenig aus, war ich doch innerlich noch mitteleuropäisch gestimmt. Der erste Arbeitstag konnte beginnen!

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