Schlagwort-Archive: Villa Carlos Paz

Villa Carlos Paz ist ein kleiner Ort mit unter hunderttausend Einwohnern, dicht an der Provinz-Hauptstadt Córdoba gelegen. Der schucke Ort ist durch den ihn durchquerenden Fluss San Antonio und den Stausee San Roque ein beliebtes Tages- und Ferienziel. Er ist der drittbedeutenste touristische Ort Argentiniens.

Die Einmündung des Río San Antonio in den Stausee San Roque umgreifend, liegt dieses Stadt am Fuße der Sierra Chica, einer kleinen Bergkette.

In Villa Carlos Paz habe ich während des Freiwilligendienstes bei einer Gastfamilie gelebt. Die Schule in der ich arbeitete selber liegt genau genommen eigentlich in der Siedlung Santa Cruz del Lago. Doch diese grenzt direkt an Carlos Paz. Mit dem Auto fährt man etwa zwanzig Minuten von Zuhause bis zur Schule.

Hier also finden sich alle Einträge mit Bezug zu Carlos Paz.

Meine erste Lateinamerikareise

Ich werde ab Ende Juni für drei Monate nach Lateinamerika reisen. Dabei sind es zwei Gründe, die mich diese Reise nun machen lassen:

  • Zum einen möchte ich eine Reise dorthin gerne einmal selber organisieren. Als ich meinen Freiwilligendienst machte, war es verhältnismäßig leicht, da die Freunde die einzelnen notwendigen Schritte gut erklärt haben. Nun möchte ich die Reise selber organisieren.
  • Und zum anderen habe ich mir vorgenommen, bevor ich mit dem Studium beginne meine Gastfamilie des Freiwilligenjahres noch einmal zu besuchen. Denn wer weiß, wann ich, wenn ich dann erst einmal studiere, wieder die Zeit habe, eine solche Reis zu unternehmen?

🔗Meine Überlegungen zur Reiseroute

Buenos Aires, viaje a Latinoamérica. Meine erste Lateinamerikareise wird hier enden.
Buenos Aires – Dachterrasse des BAUEN-Hotels.

Ich werde in Medellín und dem departamento de Antioquia beginnen. Dann aber recht bald Richtung Cali weiterreisen, um dort erneut bei der Ferienfreizeit der Christen­gemein­schaft in Cali zu helfen. Einladungen, mir verschiedene Dörfer im Umland Calis anzusehen, werde ich sicher auch nachkommen. Meine erste Lateinamerikareise weiterlesen

Wieder Daheim

Das Zurücklassen dieser Straße für einen kleinen Zeitraum bis zu meiner Rückkehr nach Argentinien fiel mir icht alzu schwer. :)
Columbia – Die Straße in der ich wohnte.

Nach einer langen und anstrengenden Rückkehr per Flugzeug kam ich vor wenigen Tagen aus meinem Freiwilligendienst zurück. Nach einem ganzen Jahr in Argentinien bin ich nun wieder Daheim in Eckernförde.

Der Abschied in Villa Carlos Paz fiel mir nicht so schwer, freute ich mich doch sehr darauf meine Familie und meine Stadt wieder zu sehen. Und auch auf das Eurythmie-Projekt yep!, was ich in Kürze beginnen möchte, freue ich mich.
Ich habe mir schon fest vorgenommen, alles dafür zu tun so bald wie möglich wieder nach Argentinien zurückzukehren. Wenn möglich möchte ich mich schon im April wieder auf den Weg machen. Wieder Daheim weiterlesen

Daheim und Zuhause

Daheim und Zuhause sind zwei Wörter für den selben Ort. Den Ort, an dem man sich geborgen fühlt, der einem Heimat ist und den man womöglich mit lieben Menschen teilt. Doch was, wenn es nicht nur einen Ort gibt, den man sein Zuhause nennen möchte?

Freiheit, Gesellschaft und ein kolonialistisches Straßensystem
Columbia – Die Straße in der ich wohnte.

In meinem Jahr des Freiwilligendienstes habe ich einen weiteren solchen Ort gefunden. Ich kenne zwei Orte die ich mein Zuhause nennen möchte. Zwei Orte, an denen ich mich sehr wohl fühle. – Doch es ist etwas anderes, ob du an einem Ort deine ganze Kindheit verbracht hast, ober ob du in eine Gemeinschaft aufgenommen einen schönen Ort ein Jahr lang kennen lernst.

Wie benennt man diese verschiedenen Orte, wenn man sich mit anderen unterhält? Daheim und Zuhause weiterlesen

Die Lage

Los Gigantes, eine Bergkette westlich von Carlos Paz, wird durch verschiedene bewirtschaftete Hochebenen unterbrochen. In der Ferne erkennt man die höchsten Rücken der Kette.

Ich möchte in diesem etwas längeren Artikel einmal auf meine Wahrnehmungen der Stadt aus den vergangenen Monaten eingehen. Diese Schilderungen sind subjektiv und beziehen sich nur auf Carlos Paz. Ich bin noch nicht ausreichend herumgekommen, dass ich allgemeinere Aussagen machen könnte.

🔗Der Ort Carlos Paz

🔗Landschaftlich

Die Lage der Schule und meines Zuhauses in Carlos PazDie Stadt Villa Carlos Paz liegt an einem aus drei Flüssen gespeistem Stausee. Einer dieser Flüsse wächst aus vielen kleinen Flüssen in den Bergen und schlängelt sich dann durch verschiedene Ortschaften und Städte bis er hier von Süden her durch Carlos Paz fließt und in den Stausee Emabalse San Roque mündet. Auch an meiner Haustür fließt der Fluss San Antonio recht dicht vorbei (2). Aufgrund seines Ursprungs in den Bergen ist der Wasserstand sehr vom lokalen Wetter abhängig. Nach Regenschauern steigt der Wasserstand gut an. Über das Jahr gesehen ergeben sich Wasserstandunterschiede von etwa zwei Metern hier vor meiner Tür, wo das Flussbett gute dreißig Meter breit ist.

Während die Stadt im Süden also durch den Stausee begrenzt wird, sind es im Osten und Westen Bergketten, die die Stadt einengen. Nach Osten hin sind die Berge besonders steil. Las Chicas (dt: die Kleinen), wie sie hier genannt werden, steigen direkt am Stadtrand etwa dreihundert Meter in die Höhe. Wenn man sie besteigt wird man oben von erfrischender Ruhe umgeben – der Lärm der Stadt dringt kaum herauf. Dazu präsentiert sich eine beeindruckende Aussicht. Die Lage weiterlesen

Impressionen II

Eine der Brücken in Carlos Paz ist nachts beleuchtet. Diese bunte LED-Beleuchtung ist hier in der Stadt weit verbreitet. Weite Strecken der Hauptstraße entlang sind die Bäume in der Straßenmitte mit wechselnden Mustern beleuchtet. Auch in anderen Ecken der Stadt findet sich hin und wieder eine beleuchtete Verkehrsinsel.

Nun ist der zweite Monat schon um, und es ist eine Menge geschehen. Daher möchte ich hier erst einmal wieder einfach Impressionen in Form von Bildern zeigen, denn zu ausführlichen Texten werde ich wohl erst in einiger Zeit wieder kommen 🙂

Impressionen der Stadt Carlos Paz.
Die Stadt erstreckt sich entlang des Flusses San Antonio und umgibt den südlichen Teil des Stausees.

Das Stadtzentrum Carlos Paz‘ mit dem Fluss San Antonio. Er schlängelt sich durch die Stadt und mündet dann von Süden her im Stausee.
Dieses Bild entstand auf dem Rückweg von einem Ausflug auf einen der stadtnahen Berge. Impressionen II weiterlesen

Die ersten Arbeitstage

🔗Der Schulweg

Morgens um sechs Uhr heißt es Aufzustehen. Es gibt kleines Frühstück – frisch und selbst gebackenes Brot mit Marmelade oder Honig. Dazu einen Tee. Dann kommt auch schon der Schulbus und es geht Richtung Schule los. Die Fahrt dauert eine gute Stunde. Es geht Hügel rauf, Hügel runter, hier links, da recht – selten geradeaus. Inzwischen, nachdem ich die Strecke (wenn auch mit täglichen Variationen) ein gutes Dutzend mal gefahren bin, erkenne ich ganze Streckenabschnitte wieder und kann mich halbwegs orientieren. Auch dass die Sonne mittags im Norden steht, habe ich mittlerweile verinnerlicht.

Im Osten geht die Sonne auf,
Im Norden nimmt sie ihren Lauf,
Im Westen wird sie untergeh’n,
Im Süden ist sie nie zu seh’n.

Der Merkspruch gilt auf der Südhalbkugel in umgedrehter Weise…

In dieser Stadt, die so lang gestreckt um den See entstanden ist, sind Norden und Süden zwei wichtige Richtungen zur Orientierung in der Stadt Die ersten Arbeitstage weiterlesen

Impressionen I

Eine Bucht am See, Nachmittags kurz vor Sonnenuntergang.

Mit der Beitragsreihe Impressionen werde ich von Zeit zu Zeit ein paar Bilder dieses Jahres veröffentlichen. Die einzelnen Beiträge ändern nach ihrer Veröffentlichung vielleicht noch manchmal ihren Inhalt, aber ich fand dies eine gute Möglichkeit, euch Bilder ohne viel Text zugänglich zu machen.

Das Beitragsbild entstand auf der Rückfahrt von Merles Zuhause (Merle ist die andere Freiwillige, die im Kindergarten der Sol de Oro mitarbeitet). Der Sonnenuntergang über dem See und in der Ferne die im Dunst liegenden Bergketten waren mir ein Photo wert.

Ein Blick in die Ferne…
Ein Blick in die Ferne…

Dieses Bild entstand schon vor einer Weile, genauer am ersten Wochenende, wenn ich mich recht entsinne. Ich war mit meinem Gastvater auf einen nahen Berg gestiegen (auf etwa 1200 m, also 600 m über der Stadt) und hatte von dort schon einen ersten Blick über die Umgebung geworfen. Impressionen I weiterlesen

La Luna – Der Mond

Ein wunderbarer Mond, ein Designerstück von Hocker und eine Belichtungszeit von zwanzig Sekunden ermöglichten mir diese Aufnahme.

Der Mond erschien an diesem Abend besonders groß. Wie alle Gestirne zieht er seine Runden von Ost über Nord nach West. Das macht mir  die Orientierung in dieser Stadt nicht gerade leicht, wenn die Sonne am Tage falsch herum wandert.

Hier in Carlos Paz wird es recht früh dunkel. Gegen aktuell etwa sieben Uhr wird es innerhalb einer  halben Stunde quasi Nacht. Dieses Photo schoss ich gegen viertel vor acht.
Ein Hocker – geschweißt aus der Sitzfläche eines alten Ackergerätes und ein paar Eisenstangen – diente mir als Stativ. Auf diese Weise gelang mir diese verwackelungsfreie Aufnahme von zwanzig Sekunden. La Luna – Der Mond weiterlesen

Meine Ankunft in Argentinien

Blick aus dem Schulbus (mit – zugegeben – etwas dreckigen Scheiben) auf Carlos Paz.

Die Ankunft in Buenos Aires war herrlich. Die Sonne hatte sich gerade erhoben und tauchte alles in ein morgendliches Rot. Die Pampa erstreckte sich ringsum wie es Norddeutschland nicht könnte: nicht die Andeutung eines Hügelchens bis zum Horizont. Über den nicht allzu großen Feldern lagerten vom Sonnenlicht durchtränkte rosarote Nebelschwaden. Zwischen den Feldern hier und da vereinzelt ein paar Bäume, ansonsten Flachland. So sieht es also aus, das Land in dem ich nun ein Jahr verbringen werde.

Mit einem leichten Ruck setzt das Flugzeug auf der Landebahn auf, und noch während ich aus dem Fenster blicke wird mir bewusst, dass das Jahr begonnen hat. Dass ich jetzt wirklich dort bin, wo man ohne den Globus zu drehen nicht hin zeigen kann. Dass ich jetzt wirklich angekommen bin und dieses große Abenteuer wirklich schon begonnen hat.
Ich bin sehr glücklich und ob des wunderschönen Empfanges frohen Gemüts – auch wenn sich mir der Gedanke aufdrängt, dass ich nun wirklich ein Jahr lang von meinem Bekannten – der Familie, den Freunden, den gewohnten Umgangsweisen – entfernt sein werde. Meine Ankunft in Argentinien weiterlesen