Archiv der Kategorie: Reise

In dieser Kategorie sammle ich die Reiseberichte von den Reisen die ich während des Freiwilligendienstes gemacht habe.

Die Mauer als Fluchtursache

Wie eine Mauer Neugierde weckt auf das Unerreichbare dahinter und so zur Fluchtursache für Menschen wird, die den grausamen Weg übers Mittelmeer wählen. Und warum diese Reisenden in Europa dann in die Illegalität abrutschen. Das war das Thema der kleinen Schauspielszenen, die uns Riadh Ben Ammar während des Rückkehrseminars darbot.

Riadh Ben Ammar wirft ein neues Licht auf die Diskussion zur Fluchtursache.
Riadh Ben Ammar arbeitet bei seinem Ein-Mann-Theater bloß mit Dialogszenen und seinem Schatten. Requisiten braucht er keine.

Riadh Ben Ammar stammt selbst aus Tunesien und engagiert sich mit seinem „Theater für Bewegungsfreiheit“ (siehe Stiftung :do und æ act) für das Reiserecht von Tunesiern in Europa. Mit sehr eindrucksvollen kleinen Dialog-Szenen schildert er seine Sicht auf das Thema: Dass diese Grenze, die für Tunesier zwischen ihrem Land und Europa liegt, die eigentliche Fluchtursache, die eigentliche Motivation zum Reisen sei.

Ein Gedanke, den ich so interessant fand, dass ich darüber gerne schreiben wollte. Ich beschreibe hier den Weg, den Riadhs beispielhafter Tunesier Sami auf seiner Reise nahm.

🔗Samis Weg nach Europa

🔗Das Visum

An tunesischen Stränden tummeln sich europäische Touristen. Sie haben Geld, leben im Wohlstand und können sich leisten, sich in der Sonne zu fläzen. Und vor allem: sie dürfen es! Sie können in einen Flieger steigen, bekommen ein Visum und können andere Länder nach Belieben bereisen.
Sami hat ebenfalls das Bedürfnis, die Küste jenseits des Mittelmeeres kennen zu lernen. Die Mauer als Fluchtursache weiterlesen

Reisen als Quelle besseren interkulturellen Verständnisses

Die Zeit der Rückkunft aus Argentinien fällt mir nicht ganz leicht. Doch das ist schön so. Denn ich erlebe gerade, wie wichtig das Reisen und die Erfahrung einer anderen Kultur ist.

🔗Kulturerlebnis

Einmal die Konfrontation mit der eigenen Kultur zu erleben ist fabelhaft. Einfach an vielen kleinen Stellen anzuecken und sich so mancher Besonderheit der eigenen Kultur bewusst zu werden – das geht nur, wenn man Reisen und in eine fremde Kultur eintauchen konnte. So wie ich, während meines Freiwilligendienstes.

Während meines Aufenthaltes in Argentinien handelte ich stets im Bewusstsein, dass mir diese Kultur fremd sei. Dementsprechend vorsichtig beziehungsweise offenen Auges ging ich auf neue Situationen zu. Zurück in Deutschland verhielt ich mich nicht so. Denn die Kultur des Landes, in dem ich meine Kindheit und Jugend verbrachte, meinte ich ja wohl zu kennen. Doch es gibt Dinge, deren du dich nach einem einjährigen Aufenthalt in einer anderen Kultur erst entsinnen musst, die dir nicht mehr bewusst sind.

Das betrifft vor allem die Bewertung von Situationen und die Schlussfolgerung daraus, wie du dich zu verhalten hast, wie du dich verhalten kannst. Eine Begegnung im deutschen Kulturraum vor dem Hintergrund der argentinischen Kultur zu bewerten, ergibt wenig Sinn. Und doch passiert mir gelegentlich genau das. Reisen als Quelle besseren interkulturellen Verständnisses weiterlesen

Kinderferienlager in Cali, Colombia

Bevor das Kinderferienlager begann, verbrachte ich einige Tage in Cali, Colombia
Cali von einem nahen Berg aus gesehen.

Als ich auf der Suche nach einem möglichen Reiseziel für die Winterferien war, erreichte mich ein Gesuch aus Cali, dass für ein Kinderferienlager der dortigen Kirche der Christengemeinschaft noch Helfer gesucht würden. So entschied ich mich bald und machte mich schließlich auf den Weg nach Cali.

Ich kam wenige Tage vor Beginn der Freizeit in Cali an und nutzte diese Tage um einen allerersten oberflächlichen Eindruck der Kultur zu bekommen und bei den letzten Vorbereitungen des Kinderferienlagers zu helfen. Während dieser Tage übernachtete ich in der Kirche.

Dann kam der erste Tag der Freizeit – wir holten die Kinder samstagmorgens in ihrem Stadtviertel ab. Es war eine Gruppe von Kindern, die sich immer donnerstags in der Kirche trifft. Für diese Treffen werden die Kinder von einem ehemaligen Boxer bis zur Kirche begleitet und von dort auch wieder abgeholt. Dieser Boxer stellt eine wichtige Verbindung zwischen dem Pfarrer und dem Stadtviertel dar. Weil er dort allseits bekannt ist und dadurch viel Respekt im Viertel genießt. So ist es auch nur durch ihn möglich, dass der Pfarrer dieses Barrio gefahrlos betreten kann.

Denn das Stadtviertel der Kinder ist nicht einfach. Es ist eines der schwierigsten von Cali. Gewalt und Armut gehört für die Kinder dort zum Alltag. Sie wachsen zwischen schwierigen familiären Verflechtungen und Straßenbanden auf. Kinderferienlager in Cali, Colombia weiterlesen

Impressionen V – Cataratas del Iguazú

Dieser Beitrag soll Impressionen aus der vergangene Woche zeigen, die ich mit meinem Gastbruder in der Provinz Misiones verbracht habe. Dort bestaunten wir die impressionanten Iguazú-Wasserfälle.

Blumen im Parque de aves.
Im Parque de aves gab es neben Vögeln auch regenwaldtypische Pflanzen zu sehen.

Während der sechs Tage dort haben wir aber nicht nur die Wasserfälle besichtigt, sondern auch verschiedene andere Orte in der Nähe besucht.

In Iguazú treffen die Grenzen von Paraguay, Brasilien und Argentinien aufeinander. Die Wasserfälle selber – eines der sieben neuen Weltwunder – liegen auf dem Grenzverlauf zwischen Brasilien und Argentinien, der durch den Fluss Iguazú gekennzeichnet ist. Am Treffpunkt der drei oben genannten Ländergrenzen mündet der Río Iguazú schließlich in den Río Paraná.

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Impressionen IV – Südargentinienreise

In diesem Beitrag der Reihe Impressionen möchte ich auf meine Südargentinienreise eingehen. Einen ausführlichen Bericht zu dieser Reise habe ich hier geschrieben.

Park in Neuquen – erste Impression auf unserer Reise
Auch wenn dieses Bild wenig von der Stadt selber zeigt – so jedenfalls sieht es im Park von Neuquen aus.

Unser erster Aufenthalt auf unserer Reise, die wir am 24. Februar begannen, war ein Nachmittag in Neuquen, bevor es dann direkt nach Bariloche weiter ging.

In Bariloche blieben wir länger. Es standen Ausflüge mit dem Auto über die Ruta de los Siete Lagos (span. Route der sieben Seen) an, sowie ein Ausflug in den Nationalpark Nahuel Huapi.

Bariloche –Ein See im Parque Nacional Nahuel Huapi
Einer der vielen Seen in diesem Nationalpark. Hier bot sich ein Picknick sehr an.

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Meine Südargentinienreise

Das Ende der Welt? Klar, habe ich gesehen auf unserer Südargentinienreise. Doch fange ich vorne an…

🔗Die Vorgeschichte

Für uns drei Freiwillige aus Córdoba war klar, das wir gerne gemeinsam reisen wollen. Drei Wochen gemeinsam eine Südargentinienreise.

Reiseroute, erster Entwurf – Südargentinienreise
Bei einem gemeinsamen Treffen entstand diese Skizze unserer gewünschten Reiseroute.

Zuerst stand der Wille im Raum, ein Auto aufzutreiben und die gesamte Route von damals 10.000 Km mit dem Auto zu fahren. Da wir kein Auto fanden mussten wir auf das Transportmittel Bus umsteigen. Die Route war so geplant, dass wir einen guten Teil Chiles zu Gesicht bekämen, ehe wir die Berge ein zweites mal kreuzen und dann durch den Süden des Südens Argentiniens fahren würden. Bis Ushuaia auf Feuerland wollten wir kommen, um dann an der Atlantikküste wieder Richtung Norden zu fahren.

So weit, so gut. Wie schon bei meiner Abreise nach Argentinien war es auch dieses Mal wieder so, dass mein Reisepass nicht zeitig aus der Botschaft zurückkam. So war schon die Überlegung getan, die Reiseroute umzudrehen – erst durch Argentinien und später dann nach Chile zu fahren – doch wir entschieden uns den Teil durch Chile ersatzlos zu streichen Meine Südargentinienreise weiterlesen