Freiwilligendienst

Freiwilligendienst in Argentinien.
Die Straße, in der ich während meines Freiwilligendienstes wohnte.

Warum einen Freiwilligendienst machen?

Für mich war vor allem eines wichtig: Eine andere Lebensweise, eine andere Kultur kennen zu lernen als die eigene. Denn erst durch solch ein Erlebnis komme ich ja überhaupt in die Gelegenheit, meine eigene Lebensweise distanziert zu betrachten. Ich kann mithilfe konkreter Beispiele einen „Blick von außen“ auf meinen deutschen Alltag werfen.

Ich war nicht Au-pair und habe auch nicht in einer Favela ‚den armen‘ ‚geholfen‘. Ich habe ein Jahr lang in einem europäisch geprägten amerikanischen Land bei einer nicht armen Familie gelebt und an der nahen Schule, wo das Geld knapp war, als Hausmeister ausgeholfen. Ich habe viel gelernt, vieles mitgenommen und manches dort gelassen.

Eines wird deutlich nach der Rückkehr: Die Erfahrung im Ausland gelebt zu haben, verändert einen Menschen. Ich merke recht bald in Alltagsgesprächen, ob jemand diese Erfahrung gemacht hat, oder nicht. Der Horizont ist ein anderer, die Art, wie man über die Dinge der Welt spricht.

Es kann nicht jeder durch die Welt jetten und mal eben woanders leben. Es braucht auch die Menschen die das Detail der Heimat achten, die die einzelnen Dörfer ihres Landstriches kennen und dort „herum kommen“. Eine Gesellschaft braucht beide Erfahrungen im Austausch – Hauptsache, man ist im Leben herum gekommen, hat gelernt, seine Perspektive zu wechseln. Auf welchem Wege auch immer.